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Forderung
Die Zeit war gekommen.
Die Stunde der Wahrheit.
Was nützt denn die Wahrheit,
wenn sie denen,
die gelitten haben,
nicht ein wenig Glück schenken kann?

Aus Aldebaran von Jean-Claude Izzo, Unions Verlag

Worum es auch geht
Der offiziellen Aufarbeitung dieses äusserst düsteren Kapitels der Schweizer Sozial- und Wirtschaftsgeschichte haben sich die betroffenen Kantone mit einer Ausnahme und Bund wider besseres Wissen bis heute verweigert. Die posthume Würdigung und Rehabilitierung der vielen Opfer wäre ein längst fälliger Schritt, damit die einst gequälten Seelen endlich Frieden finden können.

Das Schweigen brechen
Die Jahrhunderte währende schlechte Praxis Verdingkinder in der Landwirtschaft zu beschäftigen, ist ein weitgehend verschwiegene Tatsache. Mit Billigung und der Obrigkeit und häufig auf deren Initiative wurden wehrlose Kinder ihren Eltern und Geschwistern entrissen und als Pflegekinder an dafür ungeeignete Bauersleute verdingt. Nur eine Minderheit fand menschenwürdige Verhältnisse vor. Demütigung, Prügel, Gewalt und Hunger prägten den Alltag. Sexuelle Übergriffe, ja sogar Mord und Totschlag blieben in der Regel ungeahndet. Zehntausende verbrachten unter solchen Lebensbedingungen eine erbärmliche, hoffnungslose Kindheit als Arbeitssklaven. Kaum jemand gewährte ihnen Schutz oder Hilfe.

Gotthelf war der Erste und blieb lange Zeit einer der Wenigen, welcher seine Stimme gegen diesen Missbrauch erhob. Er rügte die Gemeinwesen, welche diesem Treiben weiter tatenlos zusahen oder es sogar aktiv förderten. Der Journalist und Schriftsteller C.A. Loosli führte diesen Kampf weiter. Und der Verein netzwerk-verdingt führt in fort.

 
         



Holzschnitt: Emil Zbinden